Von den Mächten des Guten und des Bösen

Von den Mächten des Guten und des Bösen - Buch 1


Der Grosse Konflikt
Seit Anbeginn der Welt waren die Mächte des Lichtes und der Finsternis in einen ewigen Krieg verwickelt: den sogenannten Großen Konflikt, dessen Sieger am Ende aller Tage die Herrschaft über die gesamte Schöpfung winkt. Mit diesem Ziel vor Augen halten sogar die Engel des Höchsten Himmels strikte militärische Disziplin ein. Seraphim-Krieger führen Angriffe gegen die Feinde des Lichtes durch, um mit ihren heiligen Schwertern die Gerechtigkeit und das Gute durchzusetzen. Die Engel glauben, daß nur die absolute Disziplin der richtige Weg ist, die zahllosen Länder der Welt zu ordnen, während die dämonischen Bewohner der Glühenden Hölle die Auffassung haben, daß das grenzenlose Chaos die wahre Natur aller Dinge ist.

Die Schlachten des Großen Konfliktes dehnen sich aus über Zeit und Raum. Vom Kristallbogen im Zentrum des Höchsten Himmels bis zur geheimnisvollen Höllenschmiede der Unterwelt ist den Kriegern dieser beiden ewigen Reiche kein Weg zu weit, um ihren zeitlosen Konflikt auszutragen. Zahlreiche Legenden ranken sich um die sagenhaften Taten einzelner Helden beider Lager.

Der größte dieser Helden war Izual, ein Hauptmann aus der Armee des Erzengels Tyrael und Träger der magischen Runenklinge Azurewrath. Einst führte er einen gewagten Angriff auf die Höllenschmiede, als die Erschaffung der dunklen Dämonenklinge Shadowfang sich ihrer Fertigstellung näherte. Sein Ziel war es, sowohl die Waffe als auch ihren zukünftigen Besitzer zu zerstören – eine ehrgeizige Aufgabe, die zu erfüllen ihm nicht vergönnt war. Izual wurde von den Legionen des Chaos überwältigt und ging in tragischer Weise an die Mächte der Finsternis verloren. Sein Schicksal soll gleichermaßen allen Engeln und Dämonen als Warnung davor dienen, sich allzu weit ins Reich ihrer Gegner zu wagen.

Obwohl der Große Konflikt sich schon länger hinzieht als es Sterne am Himmel gibt, ist es noch keiner der beiden Seiten gelungen, die Vorherrschaft über die andere zu erlangen. Beide Kriegsparteien haben es auf ihre Weise immer wieder versucht, die Oberhand im Krieg zu gewinnen. Mit der Entstehung der Menschheit und ihrer Welt der Sterblichen kam der Große Konflikt zu einem geheimnisvollen Stillstand. Beide Armeen stellten ihre Kampfhandlungen ein, um zuerst abzuwarten, auf wessen Seite sich die Menschheit letztlich schlagen würde.

Den Menschen stand es frei, sich zwischen der Finsternis und dem Licht zu entscheiden, und so sah man gemeinhin darin den entscheidenden Faktor für den letztlichen Ausgang des Großen Konflikts. Und so machten sich die Unterhändler der beiden Mächte auf den Weg ins Reich der Sterblichen und begannen ihr Werben um den Bund mit der Menschheit...

Der Krieg der Suende
Die Verlagerung des Großen Konflikts auf das Reich der Sterblichen ist auch bekannt als der Krieg der Sünde. Engel auf der einen und Dämonen auf der anderen Seite begaben sich zu den Sterblichen und blieben dabei unter den Menschen meist unerkannt. Im Laufe der Zeit gelangten die Mächte der Finsternis zu der Erkenntnis, daß Menschen eher mit brutaler Gewalt als mit anderen Methoden gefügig zu machen sind, und begannen damit, die Menschheit durch Terror zu unterwerfen. Die Engel halfen nun mit, die Menschheit gegen die Unterdrückung durch die Dämonen zu verteidigen, doch zu oft bewirkten sie durch ihre strengen Methoden und schweren Bestrafungen, daß sie gerade die befremdeten, zu deren Schutz sie angetreten waren.

Die gewaltigen Schlachten des Krieges der Sünde trugen sich vielerorts zu, doch sie wurden nur in den seltensten Fällen von den Menschen überhaupt wahrgenommen. Nur einige wenige »erleuchtete« Seelen konnten diese übernatürlichen Ereignisse erkennen, die sich hier abspielten. Einige dieser überaus mächtigen Sterblichen ergriffen nun Partei im Krieg der Sünde und schlugen sich auf eine der beiden Seiten im Großen Konflikt. Teils rangen die legendären Taten dieser großen sterblichen Krieger den überirdischen Mächten Respekt ab, teils zogen sie ihren grenzenlosen Zorn auf sich. Denn so sehr die Dämonen auch die hofierten, die Macht und Stärke an den Tag legten, so verfluchten sie doch letztlich die Tatsache, daß die Sterblichen überhaupt existierten. Der Waffenstillstand, der durch das Erscheinen der Menschheit verursacht wurde, war für sie ein weiterer Beweis dafür, daß die Sterblichen die »höhere« Rolle der Dämonen in der Welt in Frage stellten.

Diese Menschenverachtung brachte die Dämonen dazu, grausame Handlungen gegen die Sterblichen zu begehen. Einigen Menschen gelang es sodenn, diesen Haß zu steuern und letztlich gegen die Wesen der Unterwelt selbst zu richten. Ein solcher Sterblicher, der Geisterbeschwörer Horazon, machte sich geradezu ein Vergnügen daraus, Dämonen zu beschwören und nach Lust und Laune zu vernichten. Horazon und sein Bruder Bartuc waren Mitglieder eines Zauberer-Clans im Osten, der Vizjerei. Dieser mystische Clan studierte die Dämonen und ihr Wesen mit wissenschaftlicher Akribie. Horazon bediente sich der Forschungsergebnisse der Vizjerei für seine wahnwitzigen Zwecke. Es gab keine Kreatur in der Hölle, die nicht an Horazon hätte bittere Rache nehmen wollen, doch er hielt sich stets in einem geheimnisumwitterten Heiligtum, das ihm Schutz gewährte.

Jedoch gelang es den Mächten der Finsternis schließlich, Horazons Bruder Bartoc auf ihre Seite zu holen. Ihm wurde eine außergewöhnliche Kraft und Langlebigkeit verliehen. Er stritt fortan Seite an Seite mit den Legionen der Hölle gegen die Vizjerei und während des Krieges der Sünde sogar gegen seinen eigenen Bruder. Zwar war Bartucs Kampfstärke unbestritten, doch seine Blutrünstigkeit wurde sein auffälligstes Merkmal und brachte ihm den Titel »Warlord of Blood« ein.

Das Dunkle Exil

»Sieben ist die Zahl der Mächte in der Höhe, und
Sieben ist die Zahl der Großen Mächte des Bösen.«
Duriel, der Herr des Schmerzes
Andariel, die Tochter der Qual
Belial, der Herr der Lügen
Azmodan, der Herr der Sünde

Dies sind die Namen, die die weniger mächtigen unter den Großen Mächten des Bösen tragen. Über unvorstellbar lange Zeiträume hinweg haben diese ihre eigenen Unterweltreiche regiert und dabei immer wieder versucht, die Kontrolle über die anderen Mächte der Hölle zu gewinnen. Während sich die Vier Niederen in ständigen Kämpfen miteinander aufrieben und gegenseitig schwächten, hielten die Großen Drei die Macht über die gesamte Hölle in ihren Händen. Die Vier Niederen jedoch bedienten sich immer verabscheuungswürdigerer Methoden in ihrem Kampf um die Vormachtstellung, und dies führt uns zur Legende vom Dunklen Exil.

Mephisto, der Herr des Hasses
Baal, der Herr der Zerstörung
Diablo, der Herr des Schreckens

Dies sind die führenden Mächte der Hölle, und sie regierten ihr Reich als Triumvirat. Die Drei Brüder übten ihre Macht nach innen über die Vier Niederen mit brutaler Gewalt und bösartiger Verschlagenheit aus. Nach außen taten sich die Großen Drei durch zahllose Siege über die Armeen des Lichtes hervor. Zwar konnten sie nicht den Krieg als solchen dauerhaft für sich entscheiden, doch sie wurden von ihren Feinden mehr gefürchtet als alles andere.

Als die Menschheit zu Bedeutung gelangte und daraufhin der Große Konflikt in einen Stillstand geriet, konzentrierten die Drei Brüder ihre Energien darauf, die Seelen von Sterblichen in ihre Gewalt zu bringen. Die Drei kamen zu der Auffassung, daß die Menschheit zum kriegsentscheidenden Element werden würde, und schlugen eine andere strategische Richtung ein als die, die sie noch zu Beginn des Konfliktes verkündet hatten. Dieser Sinneswandel brachte die Vier Niederen dazu, die Autorität der Großen Drei anzuzweifeln, was einem Bruch zwischen den mehr und den weniger großen Mächten der Unterwelt gleichkam.

In ihrer maßlosen Dummheit glaubten die Vier Niederen, daß die Großen Drei aus einer Position der Schwäche heraus den Krieg mit den Mächten des Himmels beenden wollten. Zudem empfanden sie Frustration über den Waffenstillstand. Azmodan und Belial sahen nun ihre Gelegenheit gekommen, die Großen Drei zu entmachten und selbst an ihre Stelle zu treten. Die beiden Oberdämonen schlossen einen Pakt mit ihreren kleineren Brüdern und versprachen diesen, daß die ihnen verhaßte Menschheit es nicht länger schaffen werde, den Sieg der Höllensöhne aufzuhalten. Azmodan und Belial faßten einen Plan, wie man den Großen Konflikt nun für immer gewinnen könnte. Und so zog fast die gesamte Unterwelt in den Krieg gegen die Großen Drei..

Die Drei Brüder behaupteten sich zunächst sehr erfolgreich gegen diesen Aufstand der Unterwelt und löschten etwa ein Drittel der Legionen ihrer Verräter aus. Letztlich jedoch wurden sie von den Armeen der Horned Death überwältigt, die auf der Seite von Azmodan und Belial standen. So wurden die Großen Drei, geschwächt vom aufreibenden Krieg, schließlich ins Reich der Sterblichen verbannt, wohin ihnen dann einige der treuesten Anhänger auch nachfolgten. Azmodan spekulierte darauf, daß seine Widersacher dort auch für immer bleiben müßten und vielleicht sogar die Armeen der Engel in einen Kampf verwickeln könnten, so daß die Tore des Himmels ungeschützt und verteidigungslos wären. Nachdem nun der Krieg auf den Schlachtfeldern der Hölle zu einem Ende gekommen war, stritten sich Azmodan und Belial darüber, welcher der beiden Sieger nun die wahre Macht besäße. Ihr Pakt wurde für null und nichtig erklärt, und ein weiteres Mal sollten sich die Legionen der Hölle in zwei feindlichen Lagern polarisieren. Dieser innere Krieg hält bis zum heutigen Tag an...

Der Kampf gegen die Drei
In grauer Vorzeit, noch lange vor dem Aufstieg der Imperialen Reiche des Westens, wurden die Großen Drei in die Welt der Menschen verbannt. Diese übermächtigen Dämonen wurden für die Menschheit zu einer großen Gefahr und hinterließen Chaos und Zerstörung, wohin sie auch immer ihr Weg führte. Die Mächte des Bösen schreckten auch nicht davor zurück, Söhne gegen ihre Väter aufzubringen, und trieben große Völker in lange und blutige Kriege. Ihren eigenen Konflikt in der Hölle hatten sie verloren, doch im Fernen Osten des Menschenlandes konnten sie ungehindert wüten.

Es trug sich dann eines Tages zu, daß der rätselhafte Erzengel Tyrael einen Orden von sterblichen Zauberern zusammenführte, um dem Treiben der Drei Mächte des Bösen ein Ende zu bereiten. Dieser Orden gab sich den Namen »Horadrim«, und seine Zauberer stammten allesamt aus dem Osten. Unter dem Einsatz sagenhafter »Seelensteine« schaffte es diese unvergleichlich mächtige Bruderschaft schließlich sogar, zwei der Drei Brüder ihrer Macht zu berauben, indem diese in eben jenen »Seelensteinen« eingeschlossen wurden. Mephisto und Baal verloren so ihre Bedrohlichkeit für die Menschheit und wurden tief im heißen Wüstensand des Ostens vergraben.

Die Horadrim ließen nicht ab von ihrer Suche nach dem dritten der Brüder, Diablo. Sie wußten nur zu gut, daß der Herr des Schreckens eine dauerhafte Gefahr für den Frieden auf der Erde und die Menschheit an sich darstellen würde, wenn es nicht gelänge, auch ihm seine Macht zu nehmen.

Eine gewisse Zeit lang noch gelang es dem Herrn des Schreckens, Terror und Anarchie über die Welt zu bringen, doch in einer großen und verlustreichen Schlacht wurde Diablo schließlich gefangengenommen. Zu seinem Gefängnis wurde der letzte der Seelensteine, in den ihn eine Gruppe von Horadrim-Mönchen unter der Führung des Eingeweihten Jered Cain zauberte. Diese Mönche trugen den verfluchten Stein ins Land Khanduras und vergruben ihn in einer verschlossenen Höhle in der Nähe des Flusses Talsande. Oberhalb dieser Höhle errichteten die Horadrim ein großes Kloster, damit sie den Seelenstein fortan ständig bewachen konnten. Unterhalb des Klosters konstruierten sie ein weitverzweigtes System von Katakomben, um den sterblichen Überresten der Märtyrer ihres Ordens dort eine letzte Ruhestätte zu geben.

Von Generation zu Generation wurden die Horadrim zahlenmäßig immer schwächer. Da es keine großen Aufgaben mehr zu bewältigen gab und sich die Suche nach Nachfolgern immer schwieriger gestaltete, verschwand der einst mächtige Orden immer mehr in der Bedeutungslosigkeit. Irgendwann bröckelten dann sogar die Mauern des großen Klosters, und dieses zerfiel langsam, aber sicher zu Ruinen. Obwohl das Land um das Kloster herum nach wie vor besiedelt blieb, geriet das Wissen um die dunklen, geheimen Gänge unter der kalten Erde in Vergessenheit. Und keiner hätte irgendetwas erahnt von jenem brennenden roten Stein, der irgendwo tief im Herzen des Labyrinthes pulsierte...

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