Mike Huang äußert sich im Interview

Geschrieben von Lita am 19.07.2008 um 16:26
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Nachdem wir euch vor einigen Tagen bereits einige Ansichten Mike Huangs aus seinem persönlichen Blog präsentierten, die er zu Diablo 3 veröffentlicht hatte, haben die Kollegen von diii.net nun ein Interview mit ihm geführt, in dem er einige Fragen zum neusten Teil der Diablo-Reihe beantwortete.

Auf die Frage, wie er die Ankündigung von Diablo 3 wahrgenommen habe oder ob Diablo für ihn kein Thema mehr sei, antwortete er, dass er Blizzard North ja verlassen habe, als das Spiel noch im Prototyp-Stadium war und deshalb sehr interessiert war, was nun in den Jahren daraus geworden war, denn er habe vieles an Anregungen und Lehren aus seiner Zeit bei Blizzard für seine jetzige Arbeit mitgenommen. Weiterhin ging es um seine Sicht der Entwicklungen des Spiel und inwieweit sie sich von dem unterscheiden, was damals bei Blizzard North geplant war.

Außerdem wurde er darauf angesprochen, wie er zu der Diskussion der zu hellen Farben und dem Comicstil stehe. Mike Huang antwortete, dass das Spiel seiner Meinung nach gut aussehe. Die Verwendung der Havoc Physik mache ein realistischeres Erlebnis der Umgebung möglich. Seit seinem Weggang bei Blizzard North gab es ja einige grafische Weiterentwicklungen, die sich jetzt bemerkbar machen. Wie düster Diablo am Ende tatsächlich wirkt, hängt seiner Meinung nach auch stark davon ab, in welcher Umgebung er spielt, denn es ist schon ein Unterschied, ob man in einem abgedunkelten Raum spielt oder bei Neonlicht im Flugzeug. Es geben im Moment jede Menge Kritik über die grafische Ausrichtung, aber ihm scheint, als brauchten die Menschen immer etwas, worüber sie sich beklagen können. Wenn er zurückblickt, war es bei Diablo 2 das Gleiche, denn auch gab es Bedenken wegen der 3D-Optik im Spiel. Damals war die Technik noch nicht so weit fortgeschritten, dass man 3D hätte richtig umsetzen können, aber mit den 2D-Sprites in Diablo 2 hatte man ein super aussehendes Spiel geschaffen, dass seine Wirkung nicht verfehlt hat.

Einer der sichtbarsten Unterschiede in Diablo 3 wird die Detailiertheit sein, die man auf den Screenshots schon gut sehen kann. Sie zeigt, dass hier wirklich Künstler bei der Texturierung und Modellierung am Werk sind. Mittlerweile kann man sogar den Bauchnabel des Hexendoktors sehen, was in Diablo 2 in der Form nicht möglich gewesen ist. Auch die Außenumgebungen geben heute viel mehr her als es noch bei Diablo 2 möglich gewesen wäre, was Huang an verschiedenen Beispielen herausstreicht. Mittlerweile hat man die entsprechende 3D-Technologie zur Verfügung und auch die dafür nötigen Grafikkarten, das wiederum bietet den Entwicklern ganz andere Möglichkeiten bei der Gestaltung der Effekte und Beleuchtung, was wiederum die Unterschiede zum vorherigen Teil ausmacht.

Des Weiteren wurde er befragt, was er von der stärkeren Einbindung der Handlung ist Spiel, den neuen Features und der Designentwicklung halte. Er antwortete, dass auch er die Kontinuität zwischen den Teilen wichtig fände, aber auch ein Spieler, der keinen der Vorgängerspiele gespielt habe, einen Zugang zum Spiel bekommen müsse. Es muss ein Gleichgewicht zwischen Vertrautem und Neuem erzeugt werden, denn mit jedem Spiel habe man die Chance für Innovationen und Neuerungen. Eine Designentscheidung, die sich ihm jedoch nicht so wirklich erschließt, ist die Rückkehr des Barbaren-Charakter. Er hätte sich gewünscht, dass es auch da eine neue Charakterklasse gibt, die dann die entsprechenden neuen Skills hat, aber vielleicht gibt es ja in der Geschichte dann eine Erklärung dafür, dass der Barbar zurückkehrt. Er erinnert sich, dass beim Start von Diablo 2 gefragt wurde, warum die Kriegerklasse verworfen und dafür die Barbareklasse eingeführt wurde. Durch die Schaffung dieser Klasse ergaben sich mehr Möglichkeiten und das Diablo-Universum konnte erweitert werden, denn damit wurde auch eine neue Hintergrundgeschichte erzählt, die sich um die Herkunft und Heimat des Barbaren drehte und vor allem, welche Motivation er hat, die großen Übel zu bekämpfen. Seine Bedenken haben auch wenig mit einer Abneigung gegen den Barbaren an sich zu tun, denn von den fünf Charakterklassen in Diablo 2 war dieser sein Lieblingscharakter.

Eine weitere Frage zielte auf die Ausrichtung der Diablo 3-Version von Blizzard North ab und ob diese eher eine Evolution von Diablo 2 war oder ob etwas völlig Neues geplant wurde. Mike Huang sieht es eher als Evolution, denn 2003 als er Blizzard verließ, war wie gesagt erst ein Prototype geschaffen worden, der noch nicht auf Einzelheiten wie Story oder Klassen ausgelegt war. In fünf Jahren kann eine Menge passieren und viele Veränderungen des alten Plans auftreten, deswegen erwarte er sehr wenig vom damals geplanten im Endprodukt wiederzusehen. Das war auch bei der Entwicklung von Diablo 2 schon der Fall.

Die nächste Frage beschäftigte sich mit der Story des Spiels, die ja laut WWI-Präsentationen in Diablo 3 eine weit größere Rolle spielen soll. Mike Huang führt daraufhin aus, dass die Dialoge von Diablo 1 in gedruckter Form vielleicht ein paar Dutzend Seiten ergeben würden, bei Diabo 2 wären es schon ein paar hundert. Die Story selbst ist aber viel mehr als nur die Summe der Dialoge, denn sie soll den Spieler emotional berühren. Als Beispiel führt er die Story um Andariel an, die im zweiten Diabloteil ja das Kloster übernommen hat und dort ihr Unwesen treibt. Nun zieht er los und wird in Kampfhandlungen verstrickt, die genau das zeigen, was ihm vorher erzählt wurde und er sieht das Ausmaß der Bedrohung. Auch das wieder Auftreten von Blutrabe ist ein gutes Beispiel dafür. Es gibt also eine Menge Gelegenheiten, die Story immer weiter zu vergrößern und zu erweitern.

Auf die Frage, ob es ihm denn Leid tue, kein Teil der Diablo-Crew mehr zu sein, antwortete er, dass es bei all dem Erfolg und der Anerkennung, die die Spielreihe erfahren hat und erfährt ganz normal ist ein wenig neidisch zu sein und zu bedauern, kein Teil mehr davon zu sein. Aber er hatte nach Diablo 2 unbedingt eine Pause gebraucht und nur sei ein gutes Team mit der Entwicklung beschäftigt, die mit frischen Einflüssen etwas daraus machen. Ob denn nicht doch ein paar bittersüße Gefühle dabei wären, dass andere jetzt den Ruhm ernten, von etwas, was er mit geschaffen hat. Das verneint er vehement, denn Diablo 2 habe gezeigt, dass es lange Zeit und bis heute in den Herzen der Spieler seinen Platz gefunden habe und er sei stolz darauf ein Teil davon gewesen zu sein.

Das komplette Interview in englisch könnt ihr auf diii.net lesen.


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